Tutorial Reißverschlusstäschchen

Die kleinen Täschchen mit Reißverschlussmeterware nähe ich immer wieder gern: sie sind schnell und einfach genäht, eignen sich prima für feste (und leicht zu nähende) Stoffe wie Canvas und Oilskin und sind dabei auch noch praktisch: ich benutze sie als Kulturbeutel (dann eher die größere Variante), Strickzeugbeutel, Krimskrams-Tasche-in-der-Tasche, Kabelsalat-Tasche im Urlaub oder auch als Geschenkverpackung – gefüllt mit einem guten Buch und ein paar Süßigkeiten ist die Tasche Verpackung und Geschenk gleichzeitig!

Langjährige Leser:innen unter euch wissen natürlich, dass wir bereits vor ein paar Jahren solche Taschen im Blog gezeigt haben – ihr dürft gerne ein wenig stöbern. Wenn ihr euch ca. 6 Jahre zurückarbeitet, findet ihr die erste Version des Tutorials. Mittlerweile nähe ich die Taschen aber ein kleines Bisschen anders – und das ist doch auf jeden Fall ein neues Tutorial wert!

Die Täschchen sind außerdem wunderbar flexibel in der Größe – ihr entscheidet, wie klein oder groß, schmal oder voluminös ihr euer Täschchen gerne hättet! Wie ihr das Schnittmuster erstellt, zeige ich euch gleich. Für den Start könnt ihr euch hier eine Schnittdatei für zwei Größen herunterladen und ausdrucken. Täschchen in diesen zwei Größen könnt ihr nämlich ganz genau aus dem Stoff des Nähpaket Reißverschlusstasche nähen – zumindest wenn ihr das Häkchen für eine zweite Tasche setzt, dann packen wir nämlich einen zweiten Schieber und ein zweites Stück Webband mit ins Päckchen.

Ihr braucht für ein Reißverschlusstäschchen der Größe L (M):

  • Außenstoff – am besten stabilen Canvas oder Oilskin: 25 cm lang und 62 cm breit (20 cm lang und 52 cm breit)
  • Innenstoff – hier verwende ich gerne abwischbares Wachstuch: 25 cm lang und 62 cm breit (20 cm lang und 52 cm breit)
  • Reißverschlussmeterware: 70 cm (60 cm) – ihr benötigt nur eine Seite des Reißverschlusses, die zweite ist toll für ein zweites Täschchen
  • einen passenden Schieber für den Reißverschluss
  • ein Stückchen Webband: 10-15 cm lang – das Hahaha. Nö. ist perfekt

Außerdem solltet ihr euch etwas zum Fixieren der Teile bereitlegen. Ich arbeite hier gerne mit Klammern, genauso ist es aber möglich, den Reißverschluss mit Stylefix oder ähnlichem Klebeband zu befestigen und restlichen Nähte mit Stecknadeln zu fixieren. Bedenkt hier nur, dass die Löcher der Nadeln in Wachstuch und Oilskin sich nicht wieder schließen und steckt diese Stoffe nur innerhalb der Nahtzugabe.

Ein fertiges Täschchen der Größe L ist knapp 30 cm breit, 19 cm hoch und 6 cm tief – in Größe M ist es 25 cm breit, gut 13 cm hoch und 5 cm tief. Möchtet ihr eure eigene Größe festlegen, könnt ihr euch an der folgenden Skizze orientieren:

Beim Erstellen eures Schnittmuster startet ihr mit einem Rechteck. Die Breite entspricht dabei der Breite des fertigen Täschchens, die Höhe des Rechtecks ist die Höhe des Täschchens plus die Hälfte der Tiefe. An einer der Seiten markiert ihr einen Bruch und an den unteren Ecken schneidet ihr zwei Quadrate aus – jeweils mit der halben Tiefe als Kantenlänge. Und fertig ist euer Schnittmuster!

So wird das Reißverschlusstäschchen genäht

Schneidet das Schnittteil jeweils einmal im Bruch aus Innen- und Außenstoff zu und denkt dabei daran die Nahtzugabe hinzuzugeben.

Platziert den Reißverschluss rechts auf rechts so auf der Oberkante des Außenstoff, dass die Zähne auf dem Stoff liegen, die Kante des Bandes mit der Stoffkante abschließt und der Reißverschluss an beiden Seiten einigermaßen gleichmäßig über das Schnittteil hinausragt. Fixiert den Reißverschluss in dieser Position. Ich verwende dafür gerne Klammern – wer das aber gerne noch „unverrutschbarer“ fixieren möchte, dem empfehlen wir Stylefix oder ein ähnliches Klebeband. Jetzt könnt ihr auch das Webband schon an die richtige Position stecken: an der seitlichen Kante etwa 3 cm unterhalb des Reißverschlusses.

Legt dann den Innenstoff rechts auf rechts auf den Außenstoff und fixiert ihn ebenfalls am Reißverschluss.

Nun kann der Reißverschluss eingenäht werden: mit einem Geradstich und mit Hilfe des Reißverschlussfußes werden die drei Lagen (Innenstoff, Außenstoff und Reißverschlussband) entlag der gesamten Oberkante genäht. Achtet darauf, die Naht an Anfang und Ende zu verriegeln.

Als nächstes zieht ihr den Schieber auf den Reißverschluss. Legt dazu Innen- und Außenstoff links auf links, der Reißverschluss schaut oben heraus. Legt beide Reißverschlussenden nebeneinander und achtet darauf, dass die beiden Seitenkanten des Außenstoffs gleich ausgerichtet sind. Fixiert den Reißverschluss in dieser Position mit einer Klammer. Dann schneidet ihr eine Seite des Reißverschlusses ca 2 cm kürzer als die andere und schräg. Damit das Band nicht ausfranst könnt ihr es mit einer Flamme versiegeln.

Schiebt nun den Schieber zuerst auf die längere Seite des Reißverschlusses und fädelt dann auch die kürzere Seite ein. Schließt den Reißverschluss ein Stück (maximal zur Hälfte).

Die Enden des Reißverschlussbandes könnt ihr jetzt noch angleichen und etwas kürzen – sie sollten aber noch 3-4 cm über den Stoff hinausstehen. Fixiert nun den Außenstoff an Seiten- und Bodennaht aufeinander. Den Reißverschluss schiebt ihr so weit wie möglich in Richtung Innenstoff, eine Klammer hilft euch, die Nahtzugabe des Reißverschlusses aus dem Weg zu halten. Näht nun Seiten- und Bodennaht des Außenstoffs.

Die Seitennaht wird so dicht wie möglich an den Reißverschluss genäht ohne diesen jedoch zu erfassen. In der Seitennaht wird auch das Band mitgefasst – näht hier zur Sicherheit noch ein- bis zweimal drüber und verriegelt auch diese Naht an Anfang und Ende gut. Die Nahtzugaben (besonders bei fransenden Stoffen wie Canvas) mit einem Zickzackstich versäubern.

Die Seitennaht des Innenstoffs näht ihr nun genauso – so dicht wie möglich an den Reißverschluss ohne diesen zu erfassen. In der Bodennaht lasst ihr eine großzügige Wendeöffnung (mindestens 10 cm).

Nun geht es an die noch offenen Ecken: Zieht an einer der Ecken den Stoff so auseinander, dass Boden- und Seitennaht aufeinander liegen. Auch die offenen Stoffkanten liegen sauber aufeinander. Legt die Nahtzugaben in unterschiedliche Richtungen und fixiert die Ecke mit einer Klammer.

Auf diese Weise formt ihr alle Ecken. Auf der Seite ohne Naht orientiert ihr euch an den offenen Kante der Ecke.

Schließt die Ecken mit einem Geradstich und versäubert die Nahtzugaben mit einem Zickzack-Stich.

Jetzt kann die Tasche gewendet werden: Zieht und schiebt sie durch die Wendeöffnung (und freut euch, wenn ihr diese nicht zu klein gelassen habt).

Durch die Wendeöffnung könnt ihr die Ecken der Außentasche noch hübsch ausformen. Zieht den Reißverschluss vorsichtig nach oben und drückt von innen die Ecke, in der der Reißverschluss endet, nach außen – so wird auch die Oberkante schön.

Schiebt die Innentasche zur Probe an ihren Platz

Zieht die Innentasche wieder nach außen. Faltet an der Wendeöffnung die Nahtzugaben nach innen und fixiert die Wendeöffnung mit ein paar Klammern.

Schließt die Wendeöffnung mit einem knappkantigen Geradstich – denkt auch hier daran, die Naht zu verriegeln.

Steckt die Innentasche nur endlich nach innen und schon seid ihr fertig!

Aus den Stoffen des Nähpakets könnt ihr zwei Reißverschlusstaschen nähen – eine in Größe L und eine in Größe M. Ihr braucht dazu nur einen zusätzlichen Schieber und noch ein Stückchen Webband. Aber passt auf: die Reißverschlusstäschchen machen so viel Spaß zu nähen, da habt ihr ganz schnell eine ganze Familie zusammen….

Viel Spaß beim Nähen!

Lena


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